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Finale Damen: Münchner SC - UHC Hamburg 0:4 (0:2)
05.07.2015

Die Damen des UHC Hamburg sind Titelträger der 70. Deutschen Meisterschaft im Feldhockey. Mit einem 4:0 (2:0) gegen den Münchner SC sicherten sich die Hamburger vor heimischer Kulisse ihren vierten Feldtitel. Der Final-Neuling aus Bayern präsentierte sich lange Zeit ebenbürtig, machte aber aus seinen Möglichkeiten zu wenig. Den Hamburgerinnen reichte eine stärkere erste Halbzeit, um die Partie für sich zu entscheiden und nach zuletzt drei verlorenen Endspielen in Folge mal wieder einen blauen Meisterwimpel zu holen.

„Das war ein tolles Spiel und ein tolles Turnier“, gab sich Meistertrainer Claas Henkel nach dem Schlusspfiff vollständig zufrieden. „Die Mädels waren sehr bereit und extrem fokussiert. Manchmal hat man so ein Turnier, in dem alles, was man sich vornimmt, aufgeht – und das war so ein Wochenende. Das ist natürlich für einen Trainer besonders befriedigend“, erklärte Henkel und hatte auch für die unterlegenen Münchner ein paar lobende Worte parat: „Der MSC ist sehr mutig gegen uns gestartet, wir brauchten die Ecke, um reinzukommen. Aber mit einem 2:0 zur Halbzeit wird’s gegen uns schon sehr schwer.“

Der MSC-Trainer Florian Zollner zeigte sich trotz der am Ende deutlichen Niederlage nicht nur enttäuscht: „Ich bin auch unglaublich stolz auf die Mädels, so wie sie sich nicht nur heute, sondern vor allem auch gestern gegen den Tabellenführer präsentiert haben.“. Zollner konnte der Partie auch etwas Positives abgewinnen: „Trotz des 0:4 war das Spiel heute nicht schlecht. Wir sind froh, hier zum ersten Mal im Finale gestanden zu haben, das hier mal mitzuerleben. Wenn wir das mitnehmen können, hat sich das schon gelohnt.“

Mit hohem Tempo auf beiden Seiten starteten der Münchner SC und der UHC Hamburg vor knapp 1.500 Zuschauern in das Finale 2015. Beiden Teams waren allerdings auch die Strapazen der gestrigen Halbfinals anzumerken, die Kreisszenen in der Anfangsphase brachten wenig Zwingendes. Der UHC störte früh und ging durch einen Standard in Führung: Charlotte Stapenhorst verwertete die erste Hamburger Strafecke direkt flach rechts (12.). Nach einer Viertelstunde kamen auch die Münchner zu ihrer ersten zwingenden Chance, Elisabeth Kirschbaums argentinische Rückhand verfehlte den Kasten von Yvonne Frank aber knapp. Drei Minuten später hatten die Hamburgerinnen die Möglichkeit, ihre Führung auszubauen, Hannah Seiferts scharfe Reingabe von rechts verpassten aber Freund und Feind. Es blieb die letzte Aktion des ersten Viertels.

Nach kurzer Trinkpause vergab der UHC noch seine zweite Kurze Ecke, wenige Minuten später war aber Janne Müller-Wieland im Nachschuss erfolgreich, nachdem Kim Platten im MSC-Kasten den ersten Torschuss noch abwehren konnte (24.). In der Folge musste erstmals auch UHCs Torfrau Yvonne Frank in die Partie eingreifen, blieb aber schadlos. Die Luft schien nun etwas aus der Partie zu sein, bis zum Pausenpfiff fand das Spiel vor allem zwischen den beiden Schusskreisen statt.

Die Münchnerinnen schienen die Halbzeitpause besser genutzt zu haben, zumindest ließ sich der UHC nun das Heft aus der Hand nehmen. Elena Willig traf fünf Minuten nach Wiederanpfiff nur die Latte, eine anschließende Strafecke konnten die UHC-Damen ablaufen. Obwohl die Bayerinnen das Spiel nun an sich zogen, produzierte der MSC im Aufbau und im Schusskreis zu viele Stockfehler. Die Hamburgerinnen waren nur noch mit gelegentlichen Entlastungsangriffen gefährlich, brachten hier aber mehr Zählbares zustande: Die dritte Ecke, von Janne Müller-Wieland Richtung Tor geschrubbt, wurde von einem Münchner Schläger so abgefälscht, dass Platten chancenlos blieb – 3:0 (48.). Kurz darauf rettete MSCs Kirschbaum für ihre bereits geschlagene Torhüterin gegen Jana Teschke in höchster Not auf der Linie.

Auch im Schlussviertel gab sich München nicht auf, blieb aber im Schusskreis weiter zu harmlos. Erst verfehlte Katrin Zollners argentinische Rückhand den Hamburger Kasten, dann rutschte Michelle Strobel knapp am Ball vorbei. In höchster Not musste Frank kurz darauf wieder gegen Zollner retten. Der MSC war nun am Drücker, auf der anderen Seite sorgte UHCs ungenutzte vierte Strafecke nur kurz für Entlastung. Willig vergab sieben Minuten vor dem Ende die nächste Großchance für die Süddeutschen. Dem UHC bot sich in der Schlussphase nun mehr Raum, Platten lenkte eine argentinische Rückhand von Lisa Altenburg sehenswert über die Latte. Den Schlusspunkt setzte wieder Stapenhorst: Ihren Pass auf den langen Pfosten fälschte Hayley Brown in der Schlussminute zum 4:0 ab.

Tore:
0:1 Charlotte Stapenhorst (KE, 12.)
0:2 Janne Müller-Wieland (24.)
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0:3 Janne Müller-Wieland (KE, 48.)
0:4 Charlotte Stapenhorst (70.)

Strafecken:
MSC 2 (kein Tor) / UHC 4 (2 Tore)

Zuschauer: 1500

Schiedsrichter:
M. Meister / G. Schmitz
70. [D] & 73. Endrunde [H] Feld
4./5. Juli 2015 in Hamburg