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1. Halbfinale Damen: Rot-Weiss Köln - Münchner SC 1:2 nP (1:1, 0:1)
30.06.2015

Die Damen des Münchner SC haben erstmals in der Vereinsgeschichte ein Finale einer Deutschen Meisterschaft erreicht. Gegen Rot-Weiss Köln musste allerdings das Penalty-Schießen entscheiden. In einem packenden Spiel versäumten es die Kölnerinnen vor allem in der ersten Hälfte, ihre Chancen konsequent zu nutzen und mussten sich bei Rekordtemperaturen am Hamburger Rothenbaum am Ende mit 1:2 (1:1, 0:1) geschlagen geben. Matchwinnerin für den MSC war neben Torfrau Kim Platten Katrin Zollner, die im Shootout als einzige traf.

MSC-Trainer Florian Zollner war nach dem Spiel entsprechend gut gelaunt: „Köln war wie erwartet einen Tick stärker, aber wir haben einen guten Fahrplan entwickelt und haben hier vor allem mit einer Bomben-Leidenschaft dagegen gehalten. Ein Sieg im Penalty-Schießen ist immer etwas glücklich, aber das haben wir uns auch erarbeitet. Vor zwei Jahren haben wir hier im Siebenmeterschießen noch verloren.“

Auf der anderen Seite zeigte sich Markus Lonnes ebenfalls durchaus zufrieden mit seiner Mannschaft, war aber vom Ergebnis natürlich enttäuscht: „Wir haben eigentlich ein richtig gutes Spiel gemacht. Ich bin wirklich stolz auf meine Mannschaft. Aber am Ende zählt eben nur, ein Tor mehr zu schießen. In der ersten Halbzeit vergeben wir zu leichtsinnig unsere Chancen. Am Ende war es Pech, aber das haben wir auch schon anders herum erlebt.“

Bereits nach vier Minuten ergab sich eine Riesenchance für die Kölnerinnen, die die gegnerische Torhüterin nach einem Getümmel im Schusskreis schon überwunden hatten. Allerdings war MSC-Verteidigerin Nina Hasselmann zur Stelle und rettete stark auf der Linie. Im weiteren Verlauf gestaltete sich das erste Viertel weitestgehend ausgeglichen, mit einigen schönen Angriffen auf beiden Seiten. Allerdings standen beide Teams in der Abwehr konzentriert, sodass das erste Viertel – die Halbzeiten wurden wegen der hohen Temperaturen jeweils von einer zusätzlichen Trinkpause für beide Mannschaften unterbrochen – torlos endete.

Im zweiten Viertel kamen die Kölner Damen dann stärker zurück und drängten ihre Gegnerinnen in die Defensive. Daraus resultierten einige gefährliche Situationen im MSC-Schusskreis, von denen allerdings keine zum Tor führte. Rot-Weiss gelang es zwar, einige kurze Ecken herauszuspielen, wie in der 19. Minute nach einer starken Einzelaktion von Lea Stöckel. Jedoch versäumte es der amtierende Deutsche Meister, eine seiner Ecken auch zu verwerten. Während im gesamte zweiten Viertel kaum etwas von München zu sehen war, erspielten sich die MSC-Damen in der letzten Minute der ersten Halbzeit ihrerseits die erste Strafecke – und verwandelten diese in Person von Hannah Krüger kurzerhand zum 1:0-Pausenstand. Damit war der bisherige Spielverlauf auf den Kopf gestellt.

Die Kölnerinnen ließen sich davon zunächst jedoch nicht beeindrucken, kamen stark aus der Pause und hatten weiter die größeren Spielanteile. Auch einige gute Chancen kamen zu Stande, wie bei einem schnell ausgeführten Freischlag vor dem Kreis, der per Stecher gefährlich auf das Münchner Tor gebracht wurde (44.). Doch MSC-Torhüterin Kim Platten war stets zur Stelle und wehrte sämtliche Versuche der Kölnerinnen ab. In der Mitte des dritten Viertels wurden die Münchnerinnen dann stärker und erspielten sich ebenfalls einige Chancen, sodass die rund 1.200 Zuschauer zwei Teams auf Augenhöhe sahen.

Doch mit der Schlusssirene des vorletzten Spielabschnittes konnten die Damen des Rot-Weiss Köln eine ihrer vielen kurzen Ecken zum Ausgleich verwandeln (53.). Paula Velmans hatte direkt verwandelt, der Ball war aber noch abgefälscht. Im letzten Viertel forderten die hohen Temperaturen dann erstmals Tribut, das Spiel musste aufgrund von Krämpfen wiederholt unterbrochen werden. Das Spiel wurde etwas langsamer, den Spielerinnen war die Erschöpfung teilweise anzumerken. Gegen Ende warf der MSC noch einmal alles nach vorne und erkämpfte sich mit Abpfiff noch eine letzte Strafecke, die jedoch nicht genutzt wurde. Damit stand fest, dass die Entscheidung im Penaltyschießen fallen musste, beide Mannschaften schickten ihre sichersten Schützinnen an den Start.

Im Shootout konnten sich jedoch vor allem die beiden hervorragenden Torhüterinnen auszeichnen, die ersten vier Schützinnen auf beiden Seiten scheiterten jeweils mit ihren Versuchen. Erst MSC-Stürmerin Katrin Zollner gelang es, die Kölner Torhüterin mit einer argentinischen Rückhand zu bezwingen. Da Kim Platten auf Seiten der Münchner auch den letzten Penalty parieren konnte, ging der Münchner SC am Ende mit 2:1 als Sieger vom Platz.

Tore:
0:1 Hannah Krüger (35.)
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1:1 Paula Velmans (53.)

Penalty-Schießen:
Julia Busch (RWK) scheitert an Kim Platten
Hayley Brown (MSC) scheitert an Julia Ciupka
Paula Velmans (RWK) scheitert an Kim Platten
Anissa Korth (MSC) scheitert an Julia Ciupka
Franziska Hauke (RWK) scheitert an Kim Platten
Elena Willig (MSC) schießt vorbei
Lena Vonhoegen (RWK) scheitert an Kim Platten
1:2 Katrin Zollner trifft zum 2:1
Rebecca Grote (RWK) scheitert an Kim Platten

Strafecken:
RWK 7 (1 Tor) / MSC 2 (1 Tor)

Zuschauer: 1.200

Schiedsrichter:
J. Berneth / A. Sehrt
70. [D] & 73. Endrunde [H] Feld
4./5. Juli 2015 in Hamburg