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1. Halbfinale Damen: UHC Hamburg - Düsseldorfer HC 3:1 (1:0)
04.02.2017

Die Damen des Düsseldorfer HC haben den dritten Sprung ins Finale in Serie verpasst. Im intensiven ersten Halbfinale der MWB Final Four in Mülheim an der Ruhr setzte sich vor 1.800 Zuschauern stattdessen der UHC Hamburg mit 3:1 (1:0) gegen die Rheinländerinnen durch und steht damit als erster Finalteilnehmer fest.

„Das war sicher nicht das Spiel, welches sich alle von diesen beiden Mannschaften erwartet hatten“, gab UHC-Coach Claas Henkel zu. „Es war von Beginn an sehr intensiv und auf Defensivarbeit bedacht. Nach dem Schock mit Lisas Verletzung war es Wahnsinn, dass wir mit 1:0 in die Pause gehen. In der zweiten Hälfte entwickelte sich dann ein fast unkontrollierter Schlagabtausch. Die Schlüsselpunkte waren, dass wir den DHC gut nach außen verteidigen konnten, und dann natürlich der vergebene Siebenmeter und kurz darauf unser zweites Tor.“

Auch Düsseldorfs Trainer Nico Sussenburger hatte ein eher körperliches Spiel gesehen: „Defensiv war das von beiden Teams eine solide Vorstellung, aber nach vorn gab es insgesamt zu wenig gute Situationen. Da muss man dem UHC gratulieren, dass sie ihre besser genutzt haben. Ich denke, beide Mannschaften können deutlich attraktiveres Hockey spielen, aber auch die Unparteiischen haben ihren Teil dazu beigetragen, dass es eine so nickelige Partie war.Das Spiel hatte sicher Chancen genug für mehr Tore, aber manchmal hat man eben so einen gebrauchten Tag. Schade!“

Beide Mannschaften verzichteten auf eine Abtastphase, sondern legten gleich mit gutem Pressing los. Das gelang in den ersten Minuten dem Düsseldorfer HC einen Tick besser, der so auch zu den ersten Kreisszenen kam. Greta Gerke eroberte auf der linken Seite den Ball, schob ihn irgendwie unter UHC-Keeperin Yvonne Frank durch und kam noch mal dran, doch dann verfehlte sie das leere Tor (3.). Zwei Minuten später wurde Selin Oruz schön frei gespielt, doch sie scheiterte an Frank. In der Folge wurde auch der UHC merklich gefährlicher. Nach einem schönen Konter über Charlotte Stapenhorst kam man allerdings noch nicht zum Abschluss (9.). Zudem bekam der UHC die erste Ecke zugesprochen. Stapenhorsts Schuss wurde gehalten, und danach konnte der UHC aus dem Gewühl heraus zwei Mal nicht erfolgreich nachsetzen. Immerhin gab es noch mal Ecke, die aber auch sichere Beute der DHC-Torfrau war (13.). Zwei Minuten später erneut Strafecke für den UHC. Diesmal versuchte sich Celine Wilde, die mit dem ersten Schuss wie auch im Nachsetzen an Torhüterin Nathalie Kubalski scheiterte. Düsseldorf nahm die Auszeit und kam danach mit Druck aufs Feld zurück. Elisa Gräve und Luisa Steindor scheiterten mit guten Chancen an der gut aufgelegten Yvonne Frank (17.).

Anschließend gab es eine kurze Unterbrechung, weil UHC-Stürmerin Lisa Altenburg sich verletzte, am Platz versorgt werden musste und kurz darauf ins Krankenhaus gebracht wurde. Als es weiterging, schlug der UHC in Person von Katharina Otte zu: Aus der Drehung im Fallen zog sie ab und traf halbhoch in die Mitte (21.). Der DHC zeigte sich jedoch unbeeindruckt, spielte weiter mit Druck nach vorn. Gräve zielte bei der ersten Ecke knapp zu weit links (25.). Und erneut Gräve und Selin Oruz fanden kurz darauf in Yvonne Frank ihre Meisterin (27.). In der Schlussphase gab es noch zwei weitere Ecken für Düsseldorf, die jedoch von der starken UHC-Keeperin entschärft wurden.

Es blieb auch nach dem Seitenwechsel eine temporeiche und vor allem kampfbetonte Partie, in der zunächst Düsseldorf der Ausgleich gelang: Elisa Gräve nahm einen langen Pass schön an, spielte mit einem Zieher die herausstürmende Yvonne Frank aus und traf mit der Rückhand (33.). Die Partie nahm wurde in der Folge nickeliger und auch hektischer, hatte zwar mehr aber nur wenige richtig klare Kreisszenen zu bieten. Laura Überbacher hatte die Führung für den DHC auf dem Schläger, als sie den Ball auf der rechten Seite bekam, die Torhüterin ausspielte, doch aus spitzem Winkel das leere Tor am langen Pfosten (39.) verfehlte. Stattdessen legten Katharina Otte und Marleen Müller auf der anderen Seite für den UHC nach. Otte bekam den Ball zurückgelegt und schaute sich die lange Ecke aus, wo der Ball von Marleen Müller unter Kubalski hindurch gestochert wurde und zum 2:1 einschlug (42.).

Es blieb spannend, zumal Düsseldorf nach einem Foul an Pia Lhotak einen Siebenmeter zugesprochen bekam. Die Gefoulte trat selbst an, doch ihr Schuss war zu unplatziert und damit kein größeres Problem für Yvonne Frank (45.). Beide Teams erarbeiteten sich weiter Chancen. Düsseldorf wirkte insgesamt etwas gefährlicher in dieser Phase, doch UHC-Schlussfrau Yvonne Frank hatte in mehreren Szenen wenig Mühe, die Führung für ihr Team festzuhalten. Die Hamburgerinnen verwalteten diese jetzt auch routiniert, wetterten die Angriffe des DHC gut ab. Fünf Minuten vor Schluss wechselte der DHC die sechste Feldspielerin ein. Doch das geriet eher dem UHC zum Vorteil, denn in diese Druckphase hinein erzielte Charlotte von Bodegom im zweiten Versuch das 3:1 (57.). Düsseldorf bekam noch mal eine Ecke, aber erst rettete die Linienspielerin gegen den Schlenzer von Sabine Markert, und dann vergab Selin Oruz noch den Anschlusstreffer (59.), sodass am Ende der UHC im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft steht.

Tore:
1:0 Katharina Otte (21.)
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1:1 Elisa Gräve (33.)
2:1 Marleen Müller (42.)
3:1 Charlotte von Bodegom (57.)

Strafecken:
UHC 4 (kein Tor) / DHC 4 (kein Tor)

Zuschauer: 1.800

Schiedsrichter:
M. Meister / S. Bockelmann
56. Hallen-Endrunde Damen & Herren
4./5. Februar 2017 in Mülheim/Ruhr