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2. Halbfinale Herren: Berliner HC - Rot-Weiss Köln 6:10 (2:3)
04.02.2016

Die Herren von Rot-Weiss Köln stehen im Finale um die Deutsche Hallenhockey-Meisterschaft 2016. Das Team von Trainer André Henning setzte sich in seinem Halbfinale gegen den Berliner HC mit 10:6 (3:2) durch. Doch das Ergebnis ging beinahe von den Geschehnissen in der Schlussphase unter, als es erst eine Rote Karte gab, die dann wieder zurück genommen wurde, und in der die Spieler die Partie rund eine Minute vor Schluss beendeten. Am Ende steht die Neuauflage des Endspiels von 2014 zwischen den Kölnern und den West-Rivalen von Uhlenhorst Mülheim.

„Wir hatten einen guten Start, eine schlechte Mitte und ein gutes Ende, das trifft es wohl am besten“, kommentierte Kölns Coach André Henning. „Wir haben unsere Chancen in den ersten 20 Minuten nicht gut genug genutzt, sind dann etwas unruhig geworden und haben Berlin ins Spiel gebracht. Das war eine unreife Phase meiner jungen Mannschaft. Am Ende war es aber wieder richtig gut und deswegen auch ein verdienter Sieg. Die Emotionen am Ende waren eigentlich in dieser Partie gar nicht nötig. Dass ich Mülheims Trainer war, ist weder für mich noch für die Mülheimer Jungs wirklich interessant. Es sind letztlich die beiden besten Teams der Saison im Finale. Wenn wir unser Spiel morgen statt über 40 mal über 55 Minuten durchsetzen, haben wir auch die Qualität, Uhlenhorst zu schlagen.“

Matthew Hetherington, der an diesem Tag sogar mit beiden Berliner Teams ausgeschieden war: „Ich bin total stolz auf meine beiden Teams. Wie sich die Jungs hier verkauft haben und sich immer wieder rangekämpft haben, war großartig. Es ist eine Ehre, mit solchen Spielern arbeiten zu dürfen.“

Das Spiel begann mit einem furiosen Tor von Moritz Trompertz, der von links in den Kreis kurvte und mit einem extrem harten und platzierten Schlenzer aus der Drehung die Kölner Führung erzielte (3.). Delarber versuchte es kurz darauf mit einem Drehschuss, von dem sich Moritz Knobloch im BHC-Tor aber nicht überwinden ließ. Ein Treffer von Rühr fand keine Anerkennung, weil sich der U23-Welthockeyspieler durch ein Brett in den Kreis gedreht hatte. Erste Bewährungsprobe für Peter Schlich auf der Gegenseite war ein Stecher von Gomoll aus kurzer Distanz, den der Kölner Keeper aber übers Tor lenkte. Delarber auf der anderen Seite mit der nächsten Großchance, sein Ball aus kurzer Distanz ging aber am Tor vorbei.

Miltkau hätte dann das 2:0 machen müssen, aber Knobloch war aus kürzester Distanz nicht zu überwinden (10.). Miltkau hatte dann auch zwei weitere Chancen, den Vorsprung zu erhöhen, kam aber gegen Knoblauch einmal nicht durch und timte einen Lupfer nicht ganz präzise, so dass er am Tor vorbei ging. Trompertz sah Grün, als er einen Schlenzer durch Westphalen durchzog. Und für Miltkau war Knobloch erneut Endstation, auch wenn der Keeper sich bei der Rettungstat leicht verletzte (13.). Er konnte aber weiter spielen. Das 2:0 lag aber klar in der Luft, und als Joshua Delarber sich – ähnlich wie zuvor Trompertz – links im Kreis um seinen Gegenspieler drehte, fiel das zweite Tor flach ins lange Eck (16.).

Die Berliner verteidigten bis dahin stark, hatten aber zu wenig Offensivaktionen, um das Match offener zu gestalten. Doch dann war es Anton Ebeling, der sich rechts im Kreis ein Herz fasste und schlich flach und hart zum 1:2 überwand (19.). Und plötzlich war der BHC im Spiel. Zwicker wurde im Konter gerade noch abgefangen. Der BHC hätte da gern eine Ecke oder mehr gehabt. Es war jetzt viel offener, der BHC redete mit, Köln war ein wenig passiver. In der 24. Minute dann Auszeit Rot-Weiss. Dann sah Delarber Gelb dafür, dass er durch einen Verteidiger durchzog. Köln also in Unterzahl. In der Phase bekam Berlin die erste Ecke (26.). Aber Schlich und im Nachschuss Alex Schöllkopf auf der Linie verhinderten den Ausgleich.

Ein Konter, eingeleitet von Mats Grambusch, brachte Köln wieder die alte Zwei-Tore-Führung. Rühr legte clever flach als Hoppelball an Knoblochs Schienen vorbei ins Tor (28.). Doch kurz vor Pause kam der BHC zu seiner zweiten Ecke. Schlich war an Gomolls Schlenzer dran, der aber als Aufsetzer Richtung Tor trudelte und damit für den Mann auf der Linie unhaltbar wurde.

Berlin drückte zu Beginn des zweiten Durchgangs vehement auf den Ausgleich. Jost-Brinkmann und Gomoll scheiterten kurz nacheinander an Peter Schlich im RWK-Tor. Doch in der 32. Minute war der Schlussmann machtlos, als Jonas Gomoll einen Siebenmeter rechte flach verwandelte. Köln bekam aber bald die Chance, wieder in Führung zu gehen. Mats Grambusch traf per Strafecke (34.). Doch jetzt war fast jeder Angriff auch eine Torchance. Im nächsten Angriff traf Marian Klink nach einem Konter zum erneuten Ausgleich (35.). Nach einem robusten Einsteigen der Kölner gab es Strafecke für den BHC. Der erste Versuch von Gomoll wurde abgeblockt, aber der BHC-Stürmer bekam noch eine Chance. Diesmal krachte sein Schlenzer an die Unterkante der Latte (38.), und er verpasste die erste BHC-Führung der Partie. Auf der anderen Seite zeigte sich Marco Miltkau treffsicherer, erzielte per Ecke das 5:4 für Köln (40.). In der 42. Minute versuchte sich Martin Zwicker als Eckenschütze für Berlin, scheiterte jedoch an Peter Schlichs Handschuh.

Köln präsentierte sich in dieser Phase effektiver. Miltkau nutzte freistehend auf halblinks die nächste Chance, um seinen Verein wieder auf zwei Tore in Führung zu bringen (42.). Der BHC steckte allerdings keine Sekunde auf auf, sondern hielt die Partie weiter völlig offen, auch wenn Köln nach wie vor die etwas gefährlicheren Szenen hatte und den Abstand in der 48. Minute durch Marcel Meurer ausbaute. Anton Ebelings Antwort kam allerdings per „Tip-in“ umgehend. Doch die Rot-Weissen ließen nicht locker. Mats Grambusch verwertete einen Abpraller zur erneuten Drei-Tore-Führung (51.). Die Partie schien gelaufen, weil Köln auch noch weitere gute Chancen hatte, doch noch war der BHC nicht geschlagen. Jonas Gomoll zog von links trocken flach ab und verkürzte mit seinem dritten Treffer auf 6:8 (54.). Köln ließ jetzt aber kaum noch etwas anbrennen. Drei Stationen im Kreis – Miltkau auf Meurer, Meurer auf Florian Scholten, der Köln wieder auf „sicheren“ Abstand brachte (57.). Berlin nahm nun den Torwart raus, kassierte nach einem Konter aber eine Strafecke, die ohne gegnerischen Torwart für Marco Miltkau vergleichsweise leichte Beute war (57.). Luca Wild parierte – mit Torwartrechten ausgestattet – noch einmal einen Kölner Konter.

Aufregung in der Schlussphase, als die Schiedsrichter Tom Grambusch zunächst mit einer glatten Roten Karte vom Platz und somit aus dem Endspiel verbannten. Nach einigem Hin und Her bestätigten die Berliner, dass es sich nicht um eine Tätlichkeit gehandelt habe. So revidierten die Schiedsrichter die Rote Karte und gaben stattdessen „nur“ Gelb. Trotz einer noch zu spielenden Minute auf der Uhr beendeten die Teams die Begegnung beim Stand von 10:6 für die Kölner, die ob der Vorkommnisse nicht im obligatorischen Jubel, sondern mit Unzufriedenheit auf beiden Seiten endete.

Tore:
0:1 Moritz Trompertz (3.)
0:2 Joshua Delarber (16.)
1:2 Anton Ebeling (19.)
1:3 Christopher Rühr (28.)
2:3 Jonas Gomoll (KE, 30.)
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3:3 Jonas Gomoll (7m, 32.)
3:4 Mats Grambusch (KE, 34.)
4:4 Marian Klink (35.).
4:5 Marco Miltkau (KE, 40.)
4:6 Marco Miltkau (42.)
4:7 Marcel Meurer (48.)
5:7 Anton Ebeling (49.)
5:8 Mats Grambusch (51.)
6:8 Jonas Gomoll (54.)
6:9 Florian Scholten (57.)
6:10 Marco Miltkau (KE, 57.)

Strafecken:
BHC 5 (1 Tor) / RWK 4 (3 Tore)

Gelbe Karten:
--- / Joshua Delarber (25.), Tom Grambusch (59.)

Zuschauer: 1500

Schiedsrichter:
Christian Blasch / Johannes Berneth
55. Hallen-Endrunde Damen & Herren
6./7. Februar 2016 in Lübeck