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1. Halbfinale Herren: Uhlenhorst Mülheim - Mannheimer HC 7:5 (2:3)
04.02.2016

Vorjahresfinalist Uhlenhorst Mülheim steht wieder im Endspiel um die Deutsche Hallenhockey-Meisterschaft der Herren. Der Vorjahres-Viertelfinalist gewann in der Hansehalle Lübeck ein hochklassiges und zu jeder Zeit spannendes Halbfinale gegen den Süd-Meister Mannheimer HC und greift am morgigen Sonntag (14.30 Uhr) nach dem dritten Hallen-DM-Titel der Vereinsgeschichte.

„Das war ein tolles Duell auf Augenhöhe“, hatte auch Uhlenhorsts Trainerin Tina Bachmann gesehen. „Es ist bekannt, dass es in den letzten fünf Minuten vor der Halbzeit und vor dem Ende entscheidend sein kann. Ich bin froh, dass meine Jungs da heute zugeschlagen haben. Ich denke, unterm Strich stehen wir verdient im Finale. Mannheim hatte keine Ecke, das zeigt wohl auch, dass wir heute über weite Strecken sehr gut verteidigt haben. Wir konnten jetzt mit dem UHC und dem MHC starke Teams ausschalten. Mal sehen, was morgen noch geht.“

Mannheims Trainer Matthias Becher hatte an der Leistung seines Teams ebenfalls kaum etwas auszusetzen: „Wir haben unsere Jobs vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht, haben gut aufgebaut und stark verteidigt. Nach der Pause kam Mülheim besser ins Spiel, während wir ein wenig nachgelassen haben. Glückwunsch an Mülheim!“

MHC-Kapitän Jan-Philipp Fischer: „Bei uns kamen heute ein paar Dinge zusammen. Leider ist uns früh Philipp Collot ausgefallen, dann die unnötige Gelbe Karte und die drei Tore am Stück gegen uns. Da ist es natürlich schwer, noch mal zurückzukommen.“

Mannheim begann einen Tick wacher, hatte durch Fabian Pehlke und Patrick Harris die ersten Kreisszenen. Mülheim brauchte drei Minuten, um sich zu akklimatisieren, schlug dann aber eiskalt zu. Thilo Stralkowski passte auf Ferdinand Weinke, der die erste Chance gleich zum 1:0-Treffer nutzte (4.). Jetzt war der HTCU im Spiel, zog ein starkes Pressing auf und bekam die erste Ecke. Andreas Späck parierte stark gegen Tim Herzbruch, und im Eckenkonter tauchte Timm Haase völlig frei vor dem Mülheimer Tor auf uns überwand Keeper Lennart Küppers (7.). Haase hatte gleich auch die nächste MHC-Chance, zielte diesmal jedoch ein Stück zu weit links (8.). Es ging rasant hin und her in dieser Phase, die knapp 1500 Zuschauer bekamen schon früh sehr sehenswertes Hockey von beiden Teams geboten. Das nächste Tor fiel für den Süd-Meister. Langer Pass auf Fabian Pehlke, der den Ball in die Mitte brachte, wo Patrick Harris zur Mannheimer Führung erzielen konnte (13.).

Es gab Chance um Chance. Jan Schiffer zwang Späck im MHC-Tor zu einer starken Parade. Im Gegenzug bediente Maximilian Neumann Mitspieler Timm Haase, der zum zweiten Mal traf (16.). Durchatmen war kaum möglich in dieser Partie, denn auf der anderen Seite verkürzte Benedikt Fürk umgehend wieder auf 2:3 (17.). Es ging weiter mit hohem Tempo, dazu wurde es ein wenig hitzig auf dem Platz, was einige Grüne Karten nach sich zog. Mülheims Jan Nitschke tauchte in der 22. Minute frei vor Andreas Späck auf, der aber erneut ganz stark parierte. Die nächste Szene brachte Strafecke für Mülheim. Im ersten Versuch einer Variante war Lukas Windfeder ein wenig abgerutscht, doch es gab Wiederholungsecke. Diesmal war Späck gegen Thilo Stralkowski zur Stelle und pushte sein Team anschließend noch einmal (24.). Timm Herzbruch eroberte gegen Jan-Philipp Fischer stark den Ball und holte anschließend die vierte Mülheimer Ecke. Doch die Uhlen brauchten bei ihrer Variante zu lange, kamen nur aus spitzem Winkel durch Jan Nitschke zum Schuss – kein Problem für den starken Späck im MHC-Tor (29.).

Die Mannschaften knüpften nahtlos da an, wo sie im ersten Durchgang aufgehört hatten. Das erste Tor verbuchte erneut Mülheim. Tobias Matania hatte den Ball vom rechts in die Mitte gebracht, wo Benedikt Fürk mit einem lässigen Stecher den erneuten Ausgleich markierte (32.). Doch Mannheim hatte umgehend die Antwort parat. Fabian Pehlke wieder auf Harris, der im Fallen die Führung zurückholte (33.). Doch Mülheim traf umgehend wieder zum Ausgleich. Lukas Windfeder überwand Späck aus kurzer Distanz flach links (34.). In Überzahl – nach Gelber Karte für Pehlke (39.) – gab es Ecke Nummer fünf für Mülheim (40.). Doch Stralkowski verzog seinen Schlenzer völlig. Jan Schiffer sorgte für ein Raunen in der Hansehalle, als er im Kreis zwei Gegenspieler ausspielte, den Ball aber dann knapp am rechten Pfosten vorbei schob (43.). Julius Meyer zielte mit der sechsten Uhlenhorst-Ecke ebenfalls vorbei (45.). Das Tempo war jetzt nicht mehr ganz so hoch, doch die Partie stand weiter auf des Messers Schneide. Jederzeit lag der nächste Treffer in der Luft. Andreas Späck parierte in der 52. Minute gut gegen einen Lupfer von Timm Herzbruch, musste dann aber zusehen, wie Mülheim eine weitere Ecke zugesprochen bekam, die dann auch zum Tor wurde. Herzbruch spielte den Ball weiter auf Tobias Matania, der zum 5:4 einnetzte (53.). Mülheim holte sich gleich den nächsten Ball, fand im Konter Jan Schiffer, der die erste Zwei-Tore-Führung herstellte (54.). Jetzt entschied Mülheim die Partie, denn wiederum im direkt nächsten Angriff legte Timm Herzbruch mit einem Schuss von halbrechts zum 7:4 nach (55.). Der MHC nahm umgehend den Torwart für einen zusätzlichen Feldspieler raus und riskierte jetzt alles. Doch die Mannen von der Ruhr kontrollierten das Geschehen jetzt mit ruhigem Passspiel und einer kompakten Deckung. Ein durchgerutschter Ball brachte Mannheim jedoch zurück ins Spiel. Der Schuss von Fabian Pehlke trudelte unter dem Keeper hindurch ins Tor (59.). Bei der letzten Chance war Küppers dann aber wieder zur Stelle zementierte damit den 7:5-Endstand.

Tore:
1:0 Ferdinand Weinke (4.)
1:1 Timm Haase (7.)
1:2 Patrick Harris (13.)
1:3 Timm Haase (16.)
2:3 Benedikt Fürk (17.)
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3:3 Benedikt Fürk (32.)
3:4 Patrick Harris (33.)
4:4 Lukas Windfeder (34.)
5:4 Tobias Matania (KE, 53.)
6:4 Timm Herzbruch (54.)
7:4 Jan Schiffer (55.)
7:5 Fabian Pehlke (59.)

Strafecken:
UM 7 (1 Tor) / MHC ---

Gelbe Karte:
--- / Fabian Pehlke (39.)

Zuschauer: 1.500

Schiedsrichter:
Jens Brieschke / René Pleißner
55. Hallen-Endrunde Damen & Herren
6./7. Februar 2016 in Lübeck