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Finale Herren: Uhlenhorst Mülheim - Rot-Weiss Köln 8:4 (4:2)
07.02.2016

Die Herren des HTC Uhlenhorst Mülheim sind nach 1987 und 2014 zum dritten Mal Deutschen Hallenhockey-Meister. Im Endspiel in der Hansehalle Lübeck gewann das Team von Tina Bachmann, die damit die erste Trainerin ist, die mit einem Herren-Hockeyteam einen nationalen Titel gewinnen konnte, am Ende auch verdient mit 8:4 (4:2) gegen den West-Rivalen Rot-Weiss Köln, der damit bereits das dritte Endspiel in Folge verloren und erneut den zehnten Meister-Titel in der Halle verpasst hat.

Meister-Trainerin Tina Bachmann: „Die Mannschaft hat sich unglaublich gut entwickelt in den letzten Wochen und Monaten. Wir haben hart gearbeitet und viel geleistet. Die Tatsache, dass ich jetzt die erste weibliche Trainerin einer Deutschen Herren-Meistermannschaft bin, finde ich selbst nur eine absolute Randerscheinung. Viel stolzer bin ich darauf, dass wir mit dieser Mannschaft hier den Titel geholt haben – und das im Finale auch noch sehr souverän.“

Kölns Christopher Rühr gab zu: „Da das für mich ein ganz besonderes Spiel war, bin ich natürlich sehr enttäuscht. Wir sind heute gar nicht ins Spiel gekommen. Mülheim hat uns gut hergespielt. Insofern geht der Sieg auch völlig in Ordnung.“

Mülheims Benedikt Fürk, der als bester Spieler der Endrunde geehrt wurde, lobte in erster Linie seine Mitspieler: „Ich bin superstolz auf diese zum Teil ja noch sehr junge Truppe. Wir wissen, was wir an Ferdi und Timmi haben. Lennart Küppers hat sich unglaublich stark entwickelt in letzter Zeit und macht bei uns einen sehr guten Job. Wir haben im Moment einen sehr guten Lauf und hoffen, dass wir davon was in die Feldsaison mitnehmen können.“

Mülheim zeigte sich zu Beginn mit ein wenig mehr Drive, hatte durch Thilo Stralkowski auch die erste Chance des Spiels, die Peter Schlich im Kölner Tor allerdings parierte (3.). Auch die erste Strafecke ging auf das Konto der „Uhlen“. Variante über Timm Herzbruch, der auf Tobias Matania ablegte, und der markierte halbhoch die Führung (5.). Köln war danach wacher. Joshua Delarber von rechts sowie Christopher Rühr analog von links testeten Lennart Küppers um Mülheimer Tor (8.), doch der bestand ohne größere Mühe. Doch Mülheim war es, das in der 9. Minute nachlegen konnte. Nach einem Ballgewinn von Lukas Windfeder ging Ferdinand Weinke auf rechts ab und zeigte mit ganz langem Arm einen ganz starken Lupfer aus spitzem Winkel zum 2:0 (9.).

Köln hatte nach wie vor Schwierigkeiten, gegen das starke HTCU-Pressing zu Schüssen aus guten Winkeln zu kommen. Die Partie blieb eine schnelle, aber die Zahl der nennenswerten Kreisszenen nahm Mitte der ersten Hälfte ab. Viel spielte sich zwischen den beiden Kreisen ab. Als wieder gejubelt werden durfte, waren es wieder die Mülheimer. Doppelpass im Konter zwischen Timm Herzbruch und Jan Schiffer, der den Ball an Peter Schlich vorbei im Tor unterbrachte und so schon einen Drei-Tore-Vorsprung herausschoss (18.). Mülheim verteidigte die Kölner Offensiv-Bemühungen weiter gut. Mats Grambusch tankte sich mal durch, kam aber nicht richtig zum Abschluss (23.). Auf der anderen Seite schöne Kombination zwischen Herzbruch und Fürk, doch der Lupfer landete diesmal beim Kölner Schlussmann (25.). In der gleichen Minute ließ Christopher Rühr seine ganze Klasse aufblitzen, als er sich mit Tempo über rechts durchsetzte und aus vollem Lauf mit einem Vorhand-Schlenzer das erste Kölner Tor erzielte. Das brachte zwar Köln frischen Wind, aber nach einem aus Kölner Sicht ausgebliebenen Pfiff diskutierte man zu lange, während Mülheim schnell nach vorn spielte und durch Lukas Windfeder einen Konter zum 4:1 abschloss (30.). Doch Köln hatte noch einen Pfeil im Köcher für die erste Hälfte. Fast mit dem Pausenpfiff schob Marco Miltkau den Ball unter Uhlenhorst-Keeper Küppers hindurch ins Tor (30.).

Es blieb ein Duell auf Augenhöhe, in dem Köln zu Beginn des zweiten Durchgang ein wenig mehr Druck machte, während Mülheim defensiv kompakter stand und auf Konter lauerte. Köln erarbeitete sich aber in der 35. Minute die erste Strafecke. Rühr zog ab, aber Küppers war schon da und wehrte mit dem Brustpanzer ab. Doch Mülheim war immer für Gefahr gut, etwa, als Julius Meyer über links abging und Timm Herzbruch bediente, der den Ball jedoch knapp rechts vorbei schlenzte (37.). Seine Vorbereitung für das 5:2 durch Thilo Stralkowski war dafür umso sehenswerter. Herzbruch band zwei Gegner aus und legte dann zurück auf den Olympiasieger, der in den langen Winkel schlenzte (39.). Jetzt war das Momentum wieder bei Mülheim, das danach gleich ein, zwei weitere aussichtsreiche Szenen hatte. Köln hielt mit einem starken Pressing dagegen, störte Mülheim bereits an dessen Kreis. Der HTCU kam gegen die aufgerückten Rot-Weissen allerdings immer wieder zu guten Kontern. Lukas Windfeder erzielte so mit einem Schlenzer von der linken Seite den Treffer zur beruhigenden 6:2-Führung (45.). Windfeder holte wenig später auch die nächste Ecke für Uhlenhorst, die Peter Schlich gegen Thilo Stralkowski aber parieren konnte (47.). Die nächste Ecke passte dann aber: Wieder legte Herzbruch für Matania auf – das 7:2 war dann doch schon eine Art Vorentscheidung in der 48. Minute.

Köln nahm danach den Torhüter vom Feld und brachte einen sechsten Feldspieler. Köln verkürzte durch Alexander Schöllkopf noch einmal (51.), doch Mülheim ließ sich nicht so unter Druck setzen, dass sie nicht immer wieder schnell nach vorn kamen, um das unbesetzte Kölner Tor zu bedrohen. Und so war es ein Konter – abgeschlossen von Timm Herzbruch (55.) – der den alten Abstand wiederherstellte und bereits erste kleine Meisterjubel-Gesten auf der Uhlen-Bank hervorrief. Zwanzig Sekunden vor dem Schlusspfiff traf Joshua Delarber noch zum 4:8 für Köln, doch der Treffer ging im Meister-Jubel der Mülheimer fast unter.

Tore:
1:0 Tobias Matania (KE, 5.)
2:0 Ferdinand Weinke (9.)
3:0 Jan Schiffer (18.)
3:1 Christopher Rühr (25.)
4:1 Lukas Windfeder (30.)
4:2 Marco Miltkau (30.)
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5:2 Thilo Stralkowski (39.)
6:2 Lukas Windfeder (45.)
7:2 Tobias Matania (KE, 48.)
7:3 Alexander Schöllkopf (51.)
8:3 Timm Herzbruch (55.)
8:4 Joshua Delarber (60.)

Strafecken:
UM 3 (2 Tor) / RWK 1 (kein Tor)

Zuschauer: 1.500

Schiedsrichter:
Jens Brieschke / René Pleißner
55. Hallen-Endrunde Damen & Herren
6./7. Februar 2016 in Lübeck